Die Lutherische Stadtkirche

Das Gebäude der Lutherischen Stadtkirche in Wien geht zurück auf eine Klosterstiftung durch die österreichische Erzherzogin Elisabeth im Jahre 1582/83. Die Kirche, der „Heiligen Maria als Königin der Engel“ geweiht, wurde nach den Plänen von Pietro Ferrabosco erbaut und zählt zu den wenigen bedeutenden Sakralbauten der Renaissance in Österreich.

Obwohl noch Kaiserin Maria Theresia an hohen Festtagen gerne die Kirche besuchte, wurde auch dieses Kloster 1782 im Zuge der Reformen durch Kaiser Joseph II. aufgehoben. Sein Toleranzpatent von 1781 ermöglichte andererseits die Konstituierung evangelischer Pfarrgemeinden. Die Lutherische Gemeinde kaufte die Kirche mit einigen weiteren Räumen, während die Helvetische Gemeinde die Eckparzelle erwarb. Nach den Bestimmungen des Toleranzpatents durfte die Kirche nicht sichtbar sein; so mussten ein Gebäude vorangestellt und die Türme abgetragen werden.

Der erste Evangelische Gottesdienst nach der Gegenreformation in Wien fand am 1. Advent 1783 statt.

Nach Neugestaltung der Fassade 1876 wurde 1907 das Kircheninnere um 180 Grad gedreht, um den direkten Ausgang zur Dorotheergasse zu ermöglichen; dabei wurden Kanzel und Orgelempore in ihren Positionen getauscht. Nach Beseitigung der Kriegsschäden 1948 wurde die Fassade 1989 mit Hilfe des Bundesdenkmalamts wiederhergestellt. Die Renovierung des Innenraums 1997 und der barrierefreie Zugang 2008 vervollständigen das heutige Gesamtbild.

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